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Die Menschen machten und machen sich bis heute Abbildungen von Göttern. Diese Bilder zeigen Wesenszüge und Eigenschaften der jeweiligen Götter wieder. Der Gott, der sich in der Bibel vorstellt ist da irgendwie anders. In Exodus 20, 2-4 steht:
„Ich bin der HERR, dein Gott, der dich herausgeführt hat aus dem Land Ägypten, aus deinem Sklavenhaus. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir. Du sollt dir kein Gottesbild machen noch irgend ein Abbild von etwas, was oben im Himmel, was unten auf der Erde oder was im Wasser unter der Erde ist.“
Armin Hartmann arbeitet auf Schloss Klaus und ist im Leitungskreis des apc tätig.
Wann immer gefragt wurde, wer und wie denn nun der Gott Israels sei wurde gesagt: Er ist derjenige, der uns aus der Sklaverei aus Ägypten herausgeführt hat. So wird er definiert. Wie machte er das? Er wohnte mitten unter seinem Volk – buchstäblich. Wann immer das Volk lagerte war das Zelt der Begegnung, in dem Gott Wohnung nahm, mitten im Volk. Die Stämme lagerten sich um diesen „Camping-Tempel“. Gott ist der, der mitten in seinem Volk lebt, es leitet und führt. Das wollte er schon immer, das war auch der Ausgangspunkt der Menschheit in Genesis 1!
„Gott schuf den Menschen als sein Bild…“ Gen 1, 27 darum brauchen wir kein Bild von ihm, weil wir diejenigen sind, die ihn sichtbar machen, seine Eigenschaften und Wesenszüge. Dort im Garten für Königskinder (= so wird Paradies ins Deutsche übersetzt) wohnt Gott bei seinem Menschen und wird sichtbar durch das Handeln des Menschen.
Am Sinai wurde ein Bund geschlossen. Die Rabbis nennen den Bund am Sinai Hochzeit. Dieser Bund wurde gebrochen, Israel war untreu – so nennen es die Propheten. Aber Gott will diesen Bund wieder herstellen, davon reden die Propheten. Hesekiel ist voll davon (Kapitel 34-48), auch Jeremia und Jesaja.
Johannes beschreibt das Kommen dieses vorhergesagten Messias so: „Das Wort wurde Fleisch und wohnte (eigentlich zeltete, campierte!) unter uns…“
Zelten – wie schon mal – damit etwas sichtbar wird: Gottes Herrlichkeit, sein Wesen und seine Eigenschaften. Das erste Wunder, das Jesus tut, ist – richtig, an einer Hochzeit (!) – Wasser in Wein verwandeln. Und er redet ständig davon, dass das Himmelreich mitten unter die Menschen kam.
Nach Jesu Tod und Auferstehung sollten die Jünger in Jerusalem bleiben, bis – ja bis wann? Pfingsten! Pfingsten, 50 Tage nach Passah, das Wochenfest, an dem sich das Volk an den Sinai-Bund, an die Hochzeit erinnerte. Was geschah? Feuerzungen und Wind – wie schon am Sinai, und der Geist kam in die Herzen der Jünger, anders als am Sinai! An diesem Tag kamen 3000 Menschen dazu (Apg 2, 41) – diese Zahl ist auch bekannt - vom Sinai - dort starben 3000, als sie um das goldene Kalb tanzten… (Ex 32, 28). Gott wohnt wieder mitten unter seinen Menschen, nein, mitten in seinen Menschen, und die Gemeinde ist wieder vollzählig.
Doch das ist noch nicht das Ziel, in Offenbarung 21, 1-3 steht:
Das himmlische Jerusalem kommt mitten unter die Menschen… „siehe, die Wohnung (das Zelt!!!) Gottes bei den Menschen! Er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein…“ (Off. 21, 3) lies einfach mal weiter, dann wird klar, was Gottes Ziel ist.
Davon sprach Hesekiel, das lebte Jesus, das wollte Gott von Anfang an – und wir? Wir können jetzt schon in diesem Königreich leben, das nicht von dieser Welt ist, aber in dieser Welt sein soll, damit sichtbar wird, wer unser Gott ist! Denn wir sind nach seinem Bild geschaffen, er will unser Gott sein und wir dürfen sein Kind sein. So wird jetzt schon was vorsichtig sichtbar, was einmal ganz sein wird: Gott wohnt mitten unter uns – durch dich und mich, seine Wesenszüge und Eigenschaften.
Das ist das Vorrecht – und die Herausforderung!
Armin Hartmann |